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Allgemeine Information zur Entstehungsgeschichte
Narrenzunft HERMELE Essingen
Kontackt-Adresse: Narrenzunft HERMELE Georg Mayer, Teussenbergweg 8, Tel 921523 oder Stefan Matzner, Albuchstr. 7, Tel 5153 Gegründet: 1973/74 in Essigen, Art: Schwäbisch Allemanische Fußgruppe.
Aufgabe: Belebung und Erhalt alter Kulturbräuche. Und wichtig! Eine Zunft zur Förderung gegenseitiger Nachbarschaftlicher Beziehungen.
Status: Führung durch Zunftmeister alter Prägung, ohne Vereinseintragung.Drei Zunftmeister ................organisieren alle Veranstaltungen, Überwachen die Zunftregeln.
Aktivzeit: Fastnacht ist zwischen Dreikönig und Aschenmittwoch eines jeden Jahres.
Häs- Farben: Rot nach Farbmuster aus dem Jahr 1975 und Schwarz. Alle Flecken haben eine vorgeschriebene Größe und Zackung. Erlaubte Hintergrundfarbe weiß (bzw egal seit 1977).
Häs (Kleidung),(Fleckleshäs), Hose, Jacke rot/schwarze Flecken, Stoffkaputze schwarz (Spitzhaube), bzw. Holzmaske, Schellengürtel, Kapatsche
Besonderheit: Knallen mit einer Kapatsche. (Vergleichbar mit dem Goiselschnalzen in Bayern)
Namensgeschichte: Beschreibung der Römer Über ein Wandervolk (Stamm) links und rechts des Limes Namens Hermunder bzw. Hermundi das in der Gegend zwischen dem heutigen Ostalbkreis und bis in Richtung Franken lebte. Aus der Verniedlichung der Schwaben die aus Bub einen Büble machen, wurde eben aus Hermunder die Hermele. Dasselbe passierte dann mit der Karpatsche die jetzt nach unserer Mundart Kapatsche oder Kapätsche heißt.
Entstanden ist die Narrenzunft HERMELE aus einer Idee des Zunftmeisters Georg Mayer aus dem Jahre 1969/70 . Der hatte bei einem Fastnachtsumzug in Essingen, eben im Jahr 1969/70 einen alten Bauern mit Holzwagen und Pferdebespannung gesehen und fotografiert. Auf dem Kutschenbock waren mehrere Peitschen zur Dekoration aufgepflanzt. Eine davon hatte einen merkwürdig kurzen Griff, war bedeutend dicker und konisch zulaufend. Der Bauer meinte, es wäre ein sogenannter Bullenprügel mit dem man die zur Zucht geeigneten Bullen in Schach halten konnte. Allerdings verweigerte der Bauer die Herausgabe zur Anschauung und zum Austesten, wie gut der "Bullenprügel" knallen würde. Aus dem Bodenseeraum wurde dann 1973 die erste Peitsche, Pardon Karpatsche eingeführt, weil die mit dem gesehenen "Bullenprü gel" die meiste Ähnlichkeit hatte. Ein Jahr darauf war es dann soweit, fünf junge Burschen knallten begeistert auf dem Platz vor der ev. Kirche. Alle waren sich einig, das wiederholen wir von nunan jedes Jahr. Die Narrenzunft war geboren. Bis zum ersten Auftreten würden aber noch Jahre vergehen, denn wenige Veranstalter wollten unsere Gruppe mitmachen lassen.Aber nur einmal, gab es Ärger mit unserem Kapatschenknallen. Denn einmal wurde nach durchzechter Nacht erst gegen 11Uhr an einem Sonntagmorgen gerade zu der Zeit geknallt, an der Gottesdienst in der Kirche war. Aufgeregt kam damals der Mesner aus der Kirche und bat um Rücksicht. Kleinlaut sind wir damals davongeschlichen mit dem Versprechen es werde nicht mehr vorkommen. Ansonsten gibt es nur gute Erfahrungen. Viel öfters kommt es vor, daß wir immer und immer wieder angefeuert werden zu knallen, obwohl die Jungs nicht mehr können. Viele wissen gar nicht wie anstrengend Kapatschen- knallen ist. In der folgenden Zeit ist die kleine Gruppe dann fast jedes Jahr irgendwo in der Fastnacht aufgetreten. Allerdings gab es noch keine einheitliche Kleidung oder Häs. Ein Häs ähnelte den Weisnarren, andere wie Bauernkleidung aus alten Sackleinen gemacht, ein buntes Durcheinander. Zunftmeister Mayer fuhr deshalb ein Jahr lang durch ganz Süddeutschland von Fastnacht Hochburg zur and eren, wälzte Schriften, alte Bücher und Gegebenheiten aus unserem Ort Essingen um zu vergleichen, wie andere Narrenzünfte zu Ihrem Häs gekommen sind. Gewonnen hat dann das Häs, das heute noch zum einheitlichen Bild der Narrenzunft HERMELE beiträgt. Dazu brauchte aber kein neues Häs erfunden zu werden, sondern ein rot/schwarzes Fleckenhäs aus der Anfangszeit wurde leicht verändert Übernommen. Die schwarze Kapuze, ein Zeichen der Gerichtsbarkeit in Essingen kam hinzu. Die unterschiedlichen weißen, blauen und schwarzen Hosen verschwanden. Geblieben ist die Farbe rot/schwarz als Grundfarbe für Feuer und Rauch eine Verbindung zum Essinger Wappen und den Römern. Am Rot der Narrenzunft sind die Römer verantwortlich, es gab sogar einmal eine Narrenfigur "der Römer". Leider sind alle anderen Häs verschwunden, ohne daß man sie ausreichend dokumentiert hätte. Vorgesehen ist aber eine Wiederbelebung. Seit ein paar Jahren läuft die Narrenzunft HERMELE auch bei Fasnachtsumzügen in anderen Ostalbgemeinden mit. Zuvor wurden wir immer abgewiesen, man wollte keine Gruppe aus einem fremden Dorf haben. Nach Gründung der Haugga-Narren liefen wir fast ausschließlich beim Essinger Umzug der Haugga Narra mit, bei denen der Zunftmeister Georg Mayer ebenfalls Gründungsmitglied ist. |